Leitfaden zur Eingewöhnung

Liebe Eltern,
Mit dem Eintritt in die Kindertagesstätte beginnt für Sie und Ihr Kind ein neuer Lebensabschnitt. Damit sich Ihr Kind in unserer KiTa sicher und geborgen fühlen kann, braucht es Kontinuität und Verlässlichkeit in der Beziehung zum/zur Erzieher/In und im Kontakt mit anderen Kindern. Dabei spielt die Eingewöhnungsphase und die Gestaltung dieser Zeit eine große und bedeutende Rolle.

In einem Erstgespräch informiert Sie der/die Bezugserzieher/In über die einzelnen Schritte des Eingewöhnungsprozesses, Ihre Beteiligung und deren Bedeutung. Es folgt ein Austausch über die Entwicklung Ihres Kindes und wichtiger Informationen über die Kita. Sie lernen außerdem die Gruppenerzieher/Innen und den zukünftigen Gruppenraum Ihres Kindes kennen. Um den Übergang angenehm und empathisch zu gestalten, orientieren sich der/die Bezugserzieher/Innen am Rhythmus des Kindes und gehen individuell auf Kind und Eltern ein. So soll bei den Familien ein Gefühl von Sicherheit und eine Basis für Vertrauen geschaffen werden. Unser Eingewöhnungskonzept orientiert sich am Berliner Eingewöhnungsmodell (vgl. Laewen, H. J.; Andres, B. & Hédervári, E.2003).
Die Grundphase (3 Tage) Sie kommen täglich ca. 1 Std. zu einer individuell verabredeten Zeit mit Ihrem Kind in die Kita. Ihr Kind sollte ausgeschlafen und satt sein, nur so kann es offen und interessiert sein neues Umfeld erkunden. Verhalten Sie sich eher passiv und lassen Ihrem Kind Zeit, seine neue Umgebung kennen-zulernen. Sie sind der „Sichere Hafen“ für Ihr Kind, in den es bei Bedarf zurückkehren kann. Es erfolgt noch keine Trennung, sondern eine behutsame erste Kontaktaufnahme mit dem/der Erzieher/In.
Die erste Trennung
Am vierten Tag, kurz nach der Begrüßung im Gruppenraum, findet die erste Trennung statt. Nach der Verabschiedung von Ihrem Kind verlassen Sie den Raum, aber nicht die Kita und kehren zur verabredeten Zeit in den Gruppenraum zurück. Weint Ihr Kind während der Trennung sehr und lässt sich von dem/der Erzieher/In nicht trösten, holen wir Sie sofort in den Gruppenraum zurück.
Dies ist für uns ein Hinweis für eine längere Eingewöhnungszeit und bedeutet, dass erst wieder nach 2-3 Tagen eine erneute Trennung vollzogen wird. In dieser Zeit baut der/die Erzieher/In den Kontakt zum Kind weiter aus.
Die Stabilisierungsphase Akzeptiert Ihr Kind die nächste Trennung, so wird die Trennungsphase in den nächsten Tagen Schritt für Schritt erweitert und Sie können in Absprache mit dem/r Erzieher/In die Kita kurz verlassen. Tägliche, individuelle Absprachen sind jetzt wichtig, denn es ist auch möglich, dass Trennungsphasen wieder verkürzt werden müssen.
Schlussphase Ihr Kind verbringt nun schon einige Stunden in der Kita. Dabei ist es notwendig, dass Sie für uns jederzeit telefonisch erreichbar sind, da die Tragfähigkeit der Bindung zum/zur Erzieher/In noch nicht in jeder Situation ausreichend ist. Abholzeiten müssen unbedingt eingehalten werden, da die Grenze der Belastbarkeit des Kindes noch varrieren kann.
Sobald Ihr Kind den/die Erzieher/In als sichere Basis akzeptiert, sich von Ihr trösten lässt und anschließend wieder entspannt ins Spiel findet, ist die Eingewöhnung beendet. In einem Abschlussgespräch reflektieren wir mit Ihnen die Zeit der Eingewöhnung. Die gemachten Entwicklungsschritte Ihres Kindes werden besprochen und ein gemeinsamer Blick auf seine weitere Entwicklung vorgenommen.

Zehn goldene Regeln für die Eingewöhnung:
  • Besprechen Sie den neuen Lebensabschnitt mit Ihrem Kind so, dass es ihn versteht.
  • Es ist für Ihr Kind wichtig, dass Sie von seinem Besuch der Krabbelstube überzeugt sind.
  • Es beruhigt Ihr Kind, wenn Sie sich für die Eingewöhnung Zeit nehmen.
  • Ihr Kind soll selbst entscheiden, wann und mit wem es spielen möchte.
  • Seien Sie offen und ehrlich zu Ihrem Kind.
  • Bitte verabschieden Sie sich immer von Ihrem Kind, auch wenn es weint, es wird immer getröstet.
  • Wenn Sie unsicher sind, können Sie jederzeit in der Kita anrufen und sich nach Ihrem Kind erkundigen.
  • Der/Die Erzieher/In ruft Sie an, wenn es Ihrem Kind nicht gut geht, vertrauen Sie darauf.
  • Planen Sie die Eingewöhnung gut, damit sie nicht von Urlaub usw. unterbrochen wird. (vgl. wabe e. V.)